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Im Rahmen der Aktionswochen gegen Sexismus und Homophobie findet im Centro Sociale ein Konzert mit den Bands Scream Club und Respect My Fist statt. Nadine Lantzsch, Bassistin bei den Berlinerinnen von Respect My Fist erzählt, was an dem Abend so passiert.
Worum geht es bei der Veranstaltung?
Wie der Name der Veranstaltung »Dance Against Sexism & Homophobia« schon suggeriert, wollen wir als Band natürlich ein Zeichen setzen gegen sexistische und homophobe Diskriminierung. Uns ist es außerdem wichtig, gegen Normen zu protestieren, die Menschen in ein bestimmtes Rollenverhalten pressen oder bestimmte Lebensweisen ablehnen. Aber gleichzeitig sollen die Besucher_innen an diesem Abend Spaß haben und sich »empowert« fühlen.
Wer tritt neben euch noch auf?
Mit uns werden Scream Club auf der Bühne performen. Sie mixen verschiedene Musikstile, unter anderem Elektro, Punk und Rap.
Und Respect My Fist, was machen die so?
Respect My Fist ist als feministisches Hardcorepunk/Postpunk-Projekt vor etwa zwei Jahren gestartet. Ich bin seit letztem Sommer als Bassistin dabei, ohne vorher je ein Instrument in der Hand gehalten zu haben.
Wie kam das?
Nachdem ich unserer Gitarristin Tine gegenüber aus einer Alkohollaune heraus erwähnte, dass ich schon immer ein Instrument lernen wollte, bot sie mir spontan an, bei Respect My Fist mitzumachen, weil Drummerin Cid vorhatte, für mehrere Monate ins Ausland zu gehen. So kam es, dass Andrea (Bass, Gesang) sich kurzerhand selbst das Schlagzeug und mir das Bassspielen beibrachte. Nur drei Monate später standen wir das erste Mal in dieser Besetzung auf der Bühne.
Was gefällt dir besonders daran, auf der Bühne zu stehen?
Das tollste an den Konzerten mit Respect My Fist ist, dass unsere Bühnenperformance nicht nur von uns selbst, sondern auch vom Publikum als politisch relevant verstanden wird. Du wirst ernst genommen, weil deine Texte von Sexismus, Rassismus, Homo- und Transphobie handeln, weil du eine »Frauenband« bist (oder als solche gelesen wirst). Wir versuchen daher immer, uns ein bestimmtes Bühnenoutfit auszudenken, das den normativen Bedingungen des Raumes oder den normativen Erwartungen des Publikums in Teilen zuwider läuft. Ob Lippenstift, Krone, Feenflügel, Nachthemd, Antifa- oder Bourgeoisie-Chic – alles darf stattfinden. Wir rülpsen, verspielen uns ab und an, sind ernst, völlig daneben, schreien rum oder singen »schön«. Wir karikieren uns, das Publikum und gesellschaftliche Normen, und verleihen unseren Texten somit entsprechend Ausdruck. Allerdings: Ohne Glitzer geht nichts.
Was wollt ihr in Hamburg außerdem machen?
Freund_innen treffen, durch die Kneipen St. Paulis ziehen, und an der Elbe spazieren. Kurz gesagt: Drei Tage Erholung auf dem Diskursponyhof.
Centro Sociale, Fr. 20.1., 20:30 Uhr, facebook.com/respectmyfist